Vielfältigkeit als Schlüssel zur Gesundheit - Barf-Me! Füttern mit Fleisch

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Vielfältigkeit als Schlüssel zur Gesundheit

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Die KISS - Methode



Fünf Dinge braucht der Hund:

Fleisch / Fisch
Fett / Öl
Gemüse und etwas Obst
1 gescheiter Vitamin-Mineralstoffkomplex
Sättigende Beilagen

Einfach einfach, nicht wahr?!
Das liegt jedem Mann, der gerne wenig Dinge um sich hat und jeder Frau, die sich ängstlich an die Sache heran wagt.
KISS ist die Grundlage für eine Ausschlussdiät bei Allergien oder Unverträglichkeiten.


1.) Fleisch

Allgemein gehaltene Bezeichnung von Fleisch und Innereien von verschiedenen pflanzenfressenden zum Verzehr geeigneten Tierarten.
Beeinhaltet nicht das Fleisch von überfahrenen oder sonstwie zum Tod gekommenen Tieren, ausser der üblichen Schlachtung. Darunter auch keine Exoten wie Reptilien (ich will nicht ausschließen, dass die Aboriginies in Australien an ihre Hunde Schlangen verfüttern...)

Die am häufigsten verfütterte Fleischsorte ist Rind und dessen Nebenprodukte (Herz, Pansen, Blättermagen (beide grün mit wertvollen Enzymen), Schlund, Gurgel, Nieren, Knorpel und Knochen; Klauen, Horn und Häute gerne als Kauprodukte).
Des weiteren gern Pute vor Huhn, Lamm und Hirsch/Reh. Pferd ist das klassische Fleisch für Allergiker. Kaninchen, Büffel, Kängaruh, erwachsenes Schaf oder Hammel. Schwein oder Wildschwein nur durchgekocht oder als Dose, bitte!

Im Handel bekommen Sie Reinfleische oder Fleischmixer aus Reinfleisch und Innereien.

Als Grundlage zur gesunden Ernährung Ihres Hundes wählen Sie bitte 3 verschiedene Fleischsorten (plus optional Innereien), die Sie im Wechsel verfüttern. Dadurch wird das Immunsystem trainiert. Es ist nicht gesund, immer nur eine Fleischsorte zu füttern.
Beliebt sind die Kombinationen Rind/Geflügel und Fisch. Beim Fisch sind die fettreicheren Seefische zu bevorzugen wie Lachs, Makrele, Hering, Sardine oder Sardelle. Natürlich können Sie Süsswasserfische verfüttern wie Forellen und Karpfen, wenn Sie schon an der Quelle sitzen. Vom gesünderen Nährwert her sind aber die hervorgehobenen Seefische zu bevorzugen.
Fische und Innereien als Alleinmahlzeit bitte nur einmal, höchsten zweimal in der Woche. In der Kombination in geringer Menge auch öfter. Sollte Fisch als eine der Hauptfleischquellen sein, sollte er vorsorglich gekocht werden. Fisch können Sie als Ganzes mit Kopf, Schwanz und Gräten verfüttern.
Huhn und Pute können Sie getrost ebenfalls ganz verfüttern, denn die Tiere werden sehr jung geschlachtet und die Knochen sind sehr weich. Sie brauchen beim Hund bei dieser Fleischart keine Angst vor Salmonellen zu haben. Bei der Verarbeitung in der Küche bitte die entsprechenden Hygienemaßnahmen beachten, zu Ihrer Sicherheit! Im Fachhandel bekommen Sie in der Regel vom Geflügel keine ganzen Stücke ausser den Hälsen, das ganze Tier ohne Federn, Kopf und Füsse aber gewolft, bzw. Fleisch und Innereien in Stücken.

Eine fleischlose proteinreiche Quelle ist Magerquark oder körniger Frischkäse. Joghurt kommt an den Proteingehalt dieser zwei Produkte nicht ran. Dennoch haben diese Sauermilchprodukte nicht den Proteingehalt wie Fleisch. Als Mahlzeitenersatz für ab und an können Sie sie trotzdem verwenden, oder um den Proteingehalt der Ration zu erhöhen.

Aus dem Grund sollten wir auch die Eier nicht vergessen. Eier sind ein Superstoff! Sie können Sie roh oder auch hart gekocht verfüttern. Hunde haben kein Cholesterinproblem, sonst dürften die auch nicht so viel Fleisch fressen... Gönnen Sie Ihrem Hund ruhig jede Woche ein Ei – ach was... im Grunde dürfte Ihr Hund jeden Tag eins haben. Es macht nichts aus. Es ist komplett ausgewogen und Phosphorarm. Nicht trennen – Eigelb und Eiweiß zusammen verfüttern!


2.) Fett

Ich setze das Fett an zweite Stelle, im Normalfall würde hier mengenmäßig eigentlich die sättigende Beilage stehen.
Ich tue das, um im Vorfeld schon den Einwänden gegenüber Getreide und sonstigen stärkehaltigen Produkten Stand halten zu können.

Das Argumentationsfeld im Barferlager zu Getreide ist äußerst widersprüchlich. Ich persönlich halte absolut nichts davon, dem Hund Getreide und Co nicht zu füttern; meine Argumente ergeben sich rein aus der Rationenberechnung und der Mineralstoffversorgung, sowie dem Sättigungsgrad und dem gesundheitlichen Aspekt.
Sollte der Hund nicht mit stärkehaltigen Produkten gefüttert werden, aus welchen Gründen auch immer, müssen Sie beachten, dass der Fettanteil in der Ration SEHR HOCH sein muss bei adäquater Proteinversorgung. Die meisten „No-Carb"-Fütterer beachten diese Regel nicht, Gewichtsabnahmen bei steigender Fleischmenge und Mangelernährung sind die Folge. Eine sehr hohe Proteinversorgung belastet Leber und Niere, beachten Sie dies bitte.

Beim Fett sind tierische Fette (Schmalze, Fischöle, auch Butter) in erster Linie zu bevorzugen. Füttern Sie fetteres Fleisch ist die Kombination mit kaltgepressten Pflanzenölen ideal um die biologische Wertigkeit zu erhöhen.

Ich habe meine eigene Meinung zu „exotischen" Pflanzenölen. Es ist nicht nötig, diese sehr teuren Öle mit fragwürdigem innerlichen Nutzen beim Tier zu verfüttern. Sollten Sie darauf schwören, möchte ich Sie nicht davon abhalten. Nach der KISS-METHODE ist es aber durchaus genug, wenn Sie 2 Öle verwenden: ein gutes Sonnenblumenöl mit einen hohen Vitamin E Gehalt sowie Leinöl. Beide ergänzen sich gut und tragen zu einer guten Versorgung des Hundes bei. Distelöl und Rapsöl eigenen sich ebenfalls. Etwas teurer sind Hanföl und Walnussöl. All diese Öle finden Sie in der einfachen bis guten Küche wieder. Palmfett (Palmin; finden Sie auch im Trockenfutter) oder Kokosfett eignen sich ebenfalls.
Von Olivenöl wegen seiner Ölsäuren und dem ungünstigen Omega-Säuren-Verhältnis rate ich ab.


3.) Gemüse und Obst

Die Regel gilt hier: Gemüse vor Obst.

Nicht nur mengenmässig sondern auch von der Sortenzahl können Sie wesentlich mehr Gemüse verfüttern als Obst. Zudem enthält Obst viel Säuren und Fruchtzucker, aus diesem Grund sollten Sie damit sparsamer umgehen. Bananen zählen zwar zum Obst, ist aber sehr stärkehaltig, daher zähle ich sie zu den Sattmachern.
Nach der KISS-METHODE verfüttern Sie Karotte und Zucchini oder Gurke sowie Blattsalate, an Obst einfach etwas Apfel oder Birne. Die Banane zählt als Leckerli.
Wenn Sie nach mehr fragen, wird es schon „weiterbildend".
Es gibt im Handel auch hübsche Gemüse- bzw. Obstmixer, getrocknet. Einfach mit heissem Wasser aufgiessen und quellen lassen.


4.) Ein gescheiter Vitamin-Mineralstoffkomplex

Was haben Sie darunter zu verstehen?

Schwierig zu beantworten, denn als Laie können Sie die Guten von den Schlechten gar nicht unterscheiden. Da tut sich auch der Fachhandel schwer.
Prinzipiell rate ich Ihnen zu denen, wo Sie in der Deklaration die Vitamine und Mineralien und deren Mengen in Gramm / Milligramm / Microgramm erkennen können. Ganz einfach aus dem Grund, weil man den Bedarf des Tieres besser berechnen und abdecken kann. Berechnen kann man auch die Mengen in Prozentangaben.

Schlecht bzw. sehr schlecht ist, wenn zwar die Inhalte angegeben sind, die Grundelemente wie Calcium und Phosphor in Prozentangaben aber weitere Vitamine und Mineralien gar nicht deklariert sind. Wenn Ihnen dieser Zusatz sympathisch erscheint, sollten Sie trotzdem beim Hersteller nachfragen; kann Ihnen dieser keinerlei Auskünfte geben oder Ihnen sagen „alles natürlich, daher Schwankungen", müssen Sie damit rechnen, dass Ihr Hund in den Spurenelementen konsequent unterversorgt ist, bzw. nach Dosierungsanleitung mit Calcium überversorgt ist, besonders wenn Sie zusätzlich Knochen verfüttern.

Es gibt Hunde, die vertragen einige käufliche Vitamin-Mineralstoffkomplexe nicht. Sind diese Hunde auf komplett natürliche Zusätze angewiesen, sollten Sie darauf achten, dass die Vitamin-Mineralstoff-Bedürfnisse trotzdem abgedeckt sind. Sie können nicht darauf vertrauen, dass die angebotenen Barf-Zusätze alles enthalten und abdecken!

Dutzendfach erlebe ich, dass der Fachhandel unerfahrenen Barfern ein Supplement mitgibt, der nur Vitamine und Mineralien beinhaltet aber kein Calcium obwohl keine Knochen verfüttert werden. Anders rum bei ausreichender Knochenfütterung ein mangelhafter Mineralstoffkomplex mit Calcium. Sie sehen, wählen Sie sich den Fachhandel gut aus. Mir ist einer, der Trockenfutter verkauft und zugibt, er füttert auch nur Trockenfutter lieber als einer, der unbedingt meint er müsse jetzt den boomenden Markt der Rohfütterung abdecken, eine Truhe in den Laden stellt und ein paar Supplemente, in der sicheren Meinung es sei alles gleich gut. Das wäre ungefähr so, wie wenn ich jetzt an Ihrem Auto anfangen würde herumzuschrauben ….


5.) Sättigende Beilagen

Sagt ja schon alles, oder? Wir können Sie auch Kohlenhydrate nennen.

Allgemeinhin bestehen die sättigenden Beilagen aus stärkehaltigen Produkten (superausgedrückt...)
Was also sind: Alle möglichen Flockensorten und Gepopptes, alle möglichen Nudeln mit oder ohne Ei, ganzes Pseudogetreide (Amaranth, Quinoa, Hirsearten, Buchweizen, Reis, Mais), Kartoffeln, Topinambur, Batate, Banane, Kochbanane und natürlich die ganzen Klassiker wie Hafer, Weizen, Dinkel und Roggen sowie Urgetreide (der Urdinkel). Bestimmt habe ich was vergessen...

All diese Nahrungsmittel haben eins gemeinsam, die Stärke und den Kleber, auch Gluten genannt (Volles Maiskorn ist NICHT Glutenfrei!), die in jedem Produkt in unterschiedlichen Mengen enthalten ist. Die Stärke ist auch verantwortlich für den Kaloriengehalt. Der Kleber, weil ein Protein, für Allergien bzw. Unverträglichkeiten.

Der Hund ist ein Hund und kein Wolf. Daher verträgt er einen Kohlenhydratanteil in seiner Ration bis zu 60%. Ein durchaus durchschnittlicher Wert in Trockenfutter.

Wie ich schon sagte, bin ich nicht dagegen, Stärke und Co den Hunden zu verfüttern. Sie haben den Vorteil, dass sie den Hund einfach länger satt machen. Fleisch ist für den Hund ein durchlaufender Posten – superextrahochverdaulich. Er braucht das, aber nicht in Übermengen, zuviel gefüttertes Protein geht als Output wieder raus, in flüssiger wie in fester Form.
Bei einer durchdachten bzw. berechneten Ration, die Sattmacher beeinhaltet kommen Sie je nach Energiebedarf des Hundes auf einen höheren bzw. niedrigen Prozentanteil in der Ration.
„Sofakartoffeln" brauchen weniger Energie, also werden weniger Kohlenhydrate verfüttert. Leistungshunde brauchen Kohlenhydrate, weil Sie ansonsten dem Energiebedarf des Hundes mit Fleisch und Fett gar nicht nachkommen, bzw. die Fütterungsmenge den Hund träge macht. Große Hunde, die Sie mit einer hohen Fleischfütterung einfach arm fressen würden …
In der Berechnung kommt immer das tierische Protein zuerst, danach die Energieabdeckung und die komplette Abdeckung aller Vitamine und Mineralien in ihrem Verhältnis. Beachtet man dies, kommen Sie eh auf einen anteilmässigen geringen Gehalt an Kohlenhydraten. Auch im Vergleich zum Trockenfutter.

Kohlenhydrate werden immer verächtlich als wertloser Füllstoff in der Hundefütterung bezeichnet. Dieses Urteil haben sie nicht verdient. Sie sind je nach Sorte reich an Mineralien und puffern die Säure des Fleisches ab. Möchte ich den Hund auf natürliche Weise gesund ernähren unter Berücksichtigung aller Nährstoffe sind sie ein zwingendes MUSS. Sie sind ein MUSS im Alter, wenn ich den Senior nicht mehr mit großen Mengen an Fleisch befüttern kann. Aufgrund der großen Vielfalt kann man auch den empfindlichsten Hund mit Kohlenhydraten füttern (Ausnahmen gibt es).

Kohlenhydrate müssen aber zubereitet werden. Der Stärkeanteil muss ausgekocht sein. Unausgekochte Stärke führt zu Durchfällen. Daher kann es gut sein, dass ein Trockenfutter mit einem hohen Kohlenhydratanteil, das vielleicht zu schnell durch den Extruder gejagt wurde, nicht genügend ausgequollen ist, zu Unverträglichkeit bei Ihrem Hund führt. Da jeder Hund eine unterschiedliche Verdauung hat, reagiert nicht jeder Hund gleich auf ein und dasselbe Futter. Die einen reagieren gut auf diese neue superhightechpremium Futter mit extra viel Fleisch und wenig Kohlenhydraten, die anderen reagieren mit breeigem Stuhl auf soviel Protein, die nächsten reagieren auf den hohen Stärkeanteil des Mais aber nicht auf Hirse mit weniger Stärke.

Das haben Sie mit der Rohfütterung in der Hand: Sie können die Verdauung Ihres Hundes steuern und regulieren. Sie können mit Ver- oder Unverträglichkeiten viel besser agieren als jedes Trockenfutter.


 
 
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